
Ein paar Impressionen aus Radebeul (um euch schon ein bisschen neugierig auf den Dresden-Post am Samstag zu machen):
Mit ein paar Freunden und meiner Foto-Cousine habe ich ein verlängertes Wochenende in Dresden verbracht. Naja, nach der ganzen Fahrerei war es eigentlich nur ein Tag in Dresden und ein Tag im Elbsandsteingebirge. Aber es war wunderbar! Da ich noch auf Genehmigungen warte, ziehe ich mal den Bericht aus dem Elbsandsteingebirge vor, obwohl wir hier erst am zweiten Tag waren.
Wir starten auf einem kleinen Parkplatz und laufen durch den Wald tendenziell immer ein wenig bergab (das wird sich später noch rächen). An einer Abzweigung beginnen wir den Abstieg zu einer Klamm mit unaussprechlichem Namen - über lauter Treppen. Diese sind zwar wirklich angenehm zu laufen und der Weg zwischen den Felsen ist sehr hübsch und malerisch, aber ich muss die ganze Zeit daran denken, dass wir irgendwann auch wieder bergauf laufen müssen. Egal darüber kann ich mir ja auch noch später Gedanken machen.
In der Klamm angekommen besteigen wir zusammen mit einigen anderen Touristen einen kleinen Kahn und lassen uns über den seichten Bach schippern. Es ist recht kühl hier unten und irgendwie geheimnisvoll. Als die Fahrt los geht hört man plötzlich nur noch ein paar Vögel und die Stimme des Kahnführers, der uns ein paar Infos über die Tier- und Pflanzenwelt gibt. Es ist wunderbar entspannend!
Zwei Wege führen uns wieder nach oben. Der eine soll eng und steil sein, der andere bequem und gemütlich. Wir entscheiden uns für den engen und steilen Weg. Naiv wie ich bin, stelle ich mir einen Weg vor, bei dem man sich zwischen zwei Felsen durchquetschen muss. Pustekuchen! Man muss durch einen Felsen fast senkrecht empor steigen. Als ich merke, dass meine Kameratasche sowohl links als auch rechts am Felsen anstößt und ich kaum noch Licht über mir erkennen kann, entschließe ich mich umzukehren. Der bequeme und gemütliche Weg stellt sich einfach nur als normale Treppe heraus. Von wegen bequem und gemütlich! Oben angekommen bin ich nicht nur außer Puste, auch mein Knie schmerzt ziemlich. Aber ich möchte unbedingt noch ein wenig laufen.
Wir laufen also weiter über wunderschöne Waldwege und müssen zwischendurch immer mal wieder über Stufen klettern. Wir werden immer langsamer. Naja, zumindest ich. Meine Foto-Cousine läuft noch immer ganz frisch und munter weiter und muss zwischendurch immer wieder auf mich warten. Als wir uns dann wieder auf dem Rückweg befinden (es geht irgendwie immer nur bergauf) werden wir sogar von ein paar Rentnern überholt. Mir ist das schon ziemlich peinlich. Meine eine Freundin findet, dass sie sich gar nicht so schlecht hält, dafür dass sie nie Sport macht. Aber ich mache regelmäßig Sport und gehe ja auch viel wandern! Und jetzt fühle ich mich so unsportlich wie selten. Erst als die Strecke wieder eben wird, werde ich auch wieder schneller und überhole die Rentner wieder. Ha! Immerhin.
Auf jeden Fall bin ich wahnsinnig froh, als wir wieder zurück am Auto sind. Diese vielen Berge sind einfach nichts für mein Knie, auch wenn sie wunderschön sind. Aber auch wenn ich drei Tage lang nicht richtig laufen kann, finde ich die Gegend toll und bin froh, sie endlich mal gesehen zu haben. Leider bringen meine Fotos die Landschaft nicht so wirklich zur Geltung. Ich bin etwas enttäuscht, als ich sie mir am Computer ansehe.

Auf jeden Fall möchte sie unbedingt den berühmten Fischmarkt sehen. Mir graut schon bei dem Gedanken an das frühe Aufstehen, aber natürlich möchte ich sie nicht enttäuschen und so machen wir uns Sonntag Morgen noch vor Sonnenaufgang auf den Weg. Es ist zwar doch schon etwas später, als wir an den Landungsbrücken ankommen, aber dafür kann ich wenigstens die frühe Stunde für ein paar Sonnenaufgangsbilder nutzen. Mein zweiter HDR-Versuch ist angesagt. Funktioniert ganz gut, auch wenn ich es bei der Bearbeitung vielleicht etwas übertrieben habe. Sieht ganz schön künstlich aus, oder?
Hier ist ziemlich was los. Überall drängeln sich Menschen zwischen vielen Ständen. Ich brauche zuerst mal einen Kaffee. Den bekommen wir bei einem jamaikanisch aussehendem Barrista, der zur Raggae-Musik arbeitet und unglaublich gute Laune versprüht ("Hmmmmm, leckaleckalecka!"). Und während meine Cousine noch die moderaten Obst-Preise bewundert ("Nur 3,- Euro für so eine große Schale mit gemischtem Obst!") begeben wir uns langsam in die Fischauktionshalle.
Ich bin zum ersten Mal in dem Gebäude und ganz begeistert. Die Architektur, das einfallende Sonnenlicht, die vielen lachenden und tanzenden Menschen.... Leider ist es ziemlich dunkel, daher ist das mit dem Fotografieren etwas schwierig. Unten spielt eine Band, Foxie B., und man erkennt im Publikum auf den ersten Blick wer gerade noch vom Feiern kommt. Es macht Spaß die Leute zu beobachten. Zum Beispiel eine Oma mit pinkfarbenem Iro. Einige der Gäste tanzen. Auch die Band hat offensichtlich Freude und ich muss auch von ihnen ein paar Bilder schießen. Besonders den Saxophonisten mit seinem weißen Bart finde ich echt cool! Ich lasse mir also vom Manager eine Email-Adresse geben und hoffe, dass ich die Fotos dann auch posten darf. Wie ihr seht hat es geklappt!
Irgendwann kommen wir dann doch wieder an den Landungsbrücken an. Leider! Die Morgenstimmung ist so schön, das Licht so sanft, die Luft so klar und frisch, dass ich wirklich zugeben muss, dass das frühe Aufstehen sich zu 100% gelohnt hat. Sollte man wirklich häufiger machen. Ob ich mich dazu aber in der nächsten Zeit wirklich überwinden kann, ist noch ein bisschen fraglich...
Ich war endlich mal wieder mit meiner Foto-Freundin und ihrem Mann unterwegs. Da die Beiden nicht so viel Zeit hatten, haben wir uns eine recht kleine Tour ausgesucht. Los geht es in Ahrensburg durch den Staatsforst Trittau nach Großhansdorf und in einem Bogen zurück. Insgesamt sind es etwas weniger als 10 km, also vom reinen Laufen her keine besondere Herausforderung. Aber das Wetter ist super und wir alle drei genießen die frische Luft und die Ruhe im Wald. Naja, eine relative Ruhe. Wie der Mann meiner Freundin bemerkt, sind wir ziemliche Quasselstrippen! Aber wir haben uns ja auch eine ganze Weile nicht mehr gesehen und es müssen dringend ein Haufen Neuigkeiten ausgetauscht werden.
Ich bin fasziniert davon, wie ungewöhnlich und teilweise fast außerirdisch einige der frischen Blättertriebe aussehen. Bei manchen kann ich noch nicht mal erkennen, welcher Baum daraus später entstehen wird.
Nach wahrscheinlich noch nicht einmal der Hälfte der Strecke machen wir eine kleine Rast an einem der zahlreichen Seen. Auch wenn wir noch nicht so wahnsinnig weit gelaufen sind, ist es jetzt Mittagszeit und wir haben Hunger. Und zum Glück haben wir dort Rast gemacht. Wir treffen nämlich auf einige Gänse. Mit Küken! Ich bin sofort hin und weg! Ich finde diese kleinen Flaumbällchen so süß und würde mir am liebsten ein oder zwei mit nach Hause nehmen. Aber die Gänseeltern passen ziemlich gut auf ihren Nachwuchs auf und so muss ich mich damit begnügen einige Fotos zu machen. Naja, okay, ziemlich viele Fotos! Es dauert eine ganze Weile bis ich mich losreißen kann. Zum Abschluss treffen wir auch noch eine Muttergans, deren Küken sich unter ihre Flügel kuscheln und so einen Mittagsschlaf halten. Selbst bei mehrmaligem Zählen bekomme ich einfach nicht raus wie viele Küken es letztendlich sind. Immer wieder taucht irgendwo ein Kopf auf. Und bei der Anzahl der Flügel bin ich mir auch nicht so sicher. Naja, egal.
Wir wandern fröhlich weiter. An vielen Seen entlang, wo wir immer wieder Enten, Gänse und sogar einen Graureiher treffen, an prachtvollen Häusern und schön angelegten Gärten vorbei und meine Freundin und ich werden schon wieder abgelenkt. Diesmal von einem blühenden Magnolienbaum. Dieser bietet natürlich auch wieder viele tolle Foto-Motive. Und während meine Freundin und ich uns dort verlustieren, setzt sich ihr Mann ein paar Schritte weiter geduldig auf einen Poller und wartet auf uns. Eigentlich erstaunlich, dass er immer wieder mit uns wandern kommt, obwohl er doch so oft irgendwo rumstehen und warten muss, während wir fotografieren. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen und überlege, womit wir ihn beim nächsten Mal währenddessen beschäftigen können. Ein Buch? Ein Gameboy? Ein Rätsel? Mal sehen ob mir noch etwa einfällt.
Als der Magnolienbaum dann glücklich und endlich auch hinter uns liegt es es durch den Wald zurück nach Ahrensburg. Für meinen Geschmack landen wir viel zu schnell wieder am Auto. Um den Tag nicht zu abrupt enden zu lassen, gehen wir noch ein Eis essen und anschließend fahre ich mit ziemlich vielen Fotos im Gepäck zurück nach Hause.