
Vom Hauptbahnhof dauert es etwas weniger als eine Stunde um mit der S-Bahn nach Horneburg zu gelangen. Dort angekommen hatte wir zuerst ein bisschen Probleme uns zu orientieren, aber nachdem wir ein etwas gesucht hatten, fanden wir den Weg. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und wir hatten gute Laune!
Zwischendurch hatten wir mehrmals das Gefühl, dass mein Wanderführer uns ein bisschen in die Irre führte, weil es mal über das Grundstück einer Obstplantage, mal über längst zugewachsene Feldwege ging, aber das kannten wir ja schon. Was das angeht, ist mein Wanderführer leider nicht immer ideal. Aber wir schafften es doch zum Schluß auf den richtigen Weg.
Der Wald war wunderschön und es waren kaum Leute unterwegs. Sehr erholsam. Einzig fingen Bremsen an unseren Weg zu kreuzen und uns zu belästigen. Als wir irgendwann an eine Weggabelung kamen und wirklich nicht mehr weiter wussten, kam zum Glück eine nette Fahrradfahrerin vorbei und schickte uns in die richtige Richtung.
Der Weg war recht vielseitig. Wald wechselte sich mit Feldern ab, die Schmetterlinge tanzten vor uns her und Mücken und Bremsen wurden immer zahlreicher.
In Issendorf hofften wir auf ein kleines Café oder zumindest eine Möglichkeit uns kurz auszuruhen, aber die fanden wir leider nicht. Entweder das Dorf verbarg einige seiner Teile irgendwo oder es war wirklich einfach zu klein. Naja gut, dann musste es wohl ohne Kaffee weiter gehen.

;-)
Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Großsteingräber allemal. Der einzige Nachteil: Wir waren mittlerweile in einem Auetal. Wie oben bereits erwähnt ein Naturschutzgebiet und wunderschön, aber leider auch voller Bremsen. Das ist tatsächlich der Hauptgrund warum es so wenige Fotos von dem Ausflug gibt. Stehenzubleiben war nahezu unmöglich, weil man dann sofort von den Bremsen überfallen wurde. Überhaupt liefen wir einen großen Teil der Zeit mit den Armen vor dem Gesicht wedelnd herum. Sah wahrscheinlich sehr lustig aus. Dadurch konnte man leider die Landschaft nicht so genießen, wie sie es verdient hätte.
Vor unseren Füßen sprangen unzählige Baby-Frösche weg, um uns tanzten die Schmetterlinge und an den Rändern der Felder blühten viele bunte Blumen. Aber der Höhepunkt der Idylle war dann das Gut Daudieck. Kopfsteinpflaster, schöne Seen, eine alte Wassermühle und dann saß auch noch eine Katze zwischen den Blumen! Eigentlich ein Paradies für einen Fotografen. Irgendwann - wenn die Bremsensaison vorbei ist - muss ich da noch mal hinfahren und ein paar Bilder machen. Die alten Gebäude sind wirklich sehr hübsch! Mittlerweile waren wir aber ziemlich zerstochen und genervt vom ständigen um uns schlagen, dass wir nur noch zurück in die Stadt wollten. Und so zogen wir recht flott vorbei an ein paar glücklichen Schweinen auf der Weide weiter nach Horneburg.
Unterwegs wurden wir sogar von einem vorbeikommenden Busfahrer angesprochen ob wir nicht mitfahren wollten, aber wir waren ja absichtlich zu Fuß unterwegs.
Der Weg wand sich zwischen Feldern hindurch und der Himmel bot immer spannendere Bilder. Irgendwie wurde es langsam etwas bedrohlich. Und als wir nach Horneburg ankamen und Richtung Bahnhof liefen (immer noch ohne zwischendurch ein Café gefunden zu haben) begann es tatsächlich zu regnen. Zum Glück war es nur ein kurzer, heftiger Schauer und wir konnten unter einem Dach Schutz suchen und auf unsere Bahn warten.

Und was wieder einmal auffiel: Es gibt so viele tolle Wanderwege in Hamburg und der näheren Umgebung, aber die Beschilderung derselben ist leider ziemlich miserabel.